Energiewende 2.0 : Der Schritt ins Erwachsenwerden
von Bernd Klane, 05/2019
Die technischen Kinderkrankheiten sind weitgehend durchgestanden, viel Förderung hat die Energiewende erfahren, die eigenen Kräfte werden erprobt. Welche Schritte stehen vor der Energiewende, bis sie erwachsen wird und zunehmend Verantwortung tragen kann? Schützen unsere neuen Verfahren und Produkte die Natur der Erde vor dem Verschleiß durch eine wachsende Erdbevölkerung mit aufwändigem Lebensstil?
Die Notwendigkeit einer Energiewende hin zu einem nachhaltigen Leben mit erneuerbaren Energien wird heute kaum noch bezweifelt. Vielfältige Technologien sind inzwischen in zuverlässigen, Serien erprobten Anlagen zu realistischen Preisen nutzbar geworden. Sie tragen in einigen Sektoren mit wachsendem Anteil an der Sättigung unseres Energiehungers bei. Photovoltaik und Windräder wurden mit Hunderten von Milliarden Euro¹ allein in Deutschland gemeinschaftlich gefördert. In manchen Sektoren ist aber auch noch nichts oder zu wenig in Schwung gekommen, wie z.B. bei der Mobilität und bei der Wärmeversorgung. Ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse ist jedoch ernüchternd, die CO2-
Müssen wir jetzt noch immer weiter subventionieren und abwarten oder muss die Energiewende in eine neue Phase treten?
Genug Energie für alle und für alles ?
Dazu ein Beispiel: Ein an sich dummer Werbespruch hat es leider zu einer dogmaähnlichen Berühmtheit geschafft:„Die Energie, welche die Sonne in weniger als einer Stunde auf der Erde überträgt, würde bereits ausreichen, um den Energiebedarf aller Menschen für ein Jahr zu decken.“
Milliardenfach im Netz aufgerufen, gedruckt und wiederholt² erzeugt dies eine eigene Realität und weckt den verlockenden Anschein, man müsste lediglich Visionären wie Jules Verne und Ingenieuren wie Daniel Düsentrieb Zeit und Geld geben, bis eine nachhaltige Energieversorgung erfunden und gebaut ist. Aber: Wird die Forschung auf die verantwortliche Politik und die Öffentlichkeit zugehen, an diesem Anschein rütteln, zugeben, daß keine umwälzenden Wunder in Sicht sind –
Eine rationale Basis zur Auslegung einer zukünftigen Energieversorgung
Vielen wachen Zeitgenossen fällt bereits auf, dass eine krasse Diskrepanz zwischen den Erfolgsmeldungen (z.B. 40% Strom aus erneuerbaren Quellen klingt gut, diese entsprechen aber lediglich 6 % unseres Primärenergieverbrauches und ballen sich auf sonnige Sommerstunden) und dem Voranschreiten der Umweltschäden liegt. Die CO2-
Der intensiven Arbeit an diesen Einzelelementen der Energiewende soll nicht widersprochen werden. Zum Erwachsenwerden der Energiewende gehört aber auch inzwischen deutlich auszusprechen, womit die Gesellschaft im Erfolgsfall rechnen kann und womit nicht. Die Energietechnik ist dazu in der Lage, indem sie anhand naturwissenschaftlicher Grundlagen Bilanzen erstellt:
Es sollte skeptisch machen, dass die öffentliche Diskussion noch immer nicht diese Qualität anstrebt sondern stattdessen Einzelfragmente in den Focus rückt, hat doch Global 2000 vor 60 Jahren die ganzheitliche Bilanzierung bereits qualitativ vorgeführt. Warum liefern unsere Think-
Ich bin der Überzeugung, die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind für das Fortbestand der Konsum-
Nachhaltig leben heißt zukünftig nur soviel Energie zu verbrauchen, wie aus den Quellen der Natur nachfließt. Da Energietransport über weite Strecken (Solarstrom oder solarer Wasserstoff aus der Sahara) höchst verlustreich ist, muss sich Deutschland vergegenwärtigen, wie viel Energie das aus welchen Quellen (Sonne, Wind und Biomasse) und welchem geografischen Umkreis ökologisch vertretbar verfügbar ist.
Die verhängnisvolle Flucht des Denkens in die Ferne des Unendlichen
Das Entwerfen von Zukunftsvisionen flieht angesichts der Unschlüssigkeiten gerne in Visionen wie die Nutzung von (abstrakten) Sahara-
Oder wenn unsere Generation nach über 60 Jahren Atomstrom-
Die Hinwendung in die Nähe –
Ein Beispiel, wie man Projekte für die Energiewende ausführen und auf Ökologie bewerten kann ist ein Einfamilienhaus, das mit Solarwärme und einem Holzofen geheizt wird. Da Solarwärme im Winter nicht ausreicht, wird mit 3 bis 4 Raummetern pro Jahr Holz zugeheizt. Die Forstwirtschaft gibt an, dass man in einem nachhaltig bewirtschafteten Mischwald von etwa 0,4 ha diese Holzmenge jährlich ernten kann. Das ist etwas weniger Fläche als statistisch gesehen den vier Personen in der BRD zusteht (0,53 ha Waldfläche pro 4 Personen).
Damit soll nicht empfohlen werden, den gesamten Wald Deutschlands zu Heizzwecken zu nutzen und nicht noch weitere Energiequellen mit einzubeziehen. Auch braucht man Holz noch für weitere Zwecke. Mit dieser Art der naturbezogenen Bilanzierung entsteht jedoch eine Beziehung zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Gegebenheiten des Landes, die den Menschen sowohl rational als auch empfindungsmäßig berühren kann. Es wird deutlich, wo man wirklich steht und was noch verbessert werden muss. Alle betrachteten Größen werden auf den Menschen und auf die umgebende Natur bezogen.
Diese Art von Beziehungsknüpfen zwischen der Natur der Erde und den menschlichen Bedürfnissen ist für unsere Industriegesellschaft zunächst ernüchternd. Der Mensch mit seinem Einfallsreichtum und seinem Willen konstruktiv mit der Natur zu leben wird aber wohl erst in dieser Klarsicht seine Möglichkeiten entwickeln. Diese bestehen nicht nur aus Hightech-
Bernd Klane 2018
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